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Kreditkarte – eine weltweit beliebte Zahlungsart

Inhalt

Die Kreditkarte ist weltweit das am Meisten verbreitete Zahlungsmittel nach dem Bargeld. Dadurch ist diese Zahlungsart für international ausgerichtete Online-Shops unverzichtbar.  

Die Kreditkarte ist aber auch für Deutschland eine sehr wichtige Zahlungsmethode und wird von vielen Online-Shoppern gerne als Zahlungsmittel eingesetzt.

Welche Kartentypen gibt es?

In Deutschland sind VISA, MasterCard und American Express am bekanntesten. Derzeit sind ca. XXX Mio. Mastercard-, XXX Mio. Visa- und XX Mio. AmericanExpress-Karten für Konsumenten in Deutschland ausgestellt. Weitere Kreditkarten-Marken sind Diners Club, JCB (Japan Credit Buro), Discovery (USA), CUP (China Union Pay)

Wie funktioniert die Kreditkarte?

Die Kreditkarte steht für ein spezielles Konto bei einem Kreditkarten Issuer (der Bank, die Kreditkarten an Verbraucher herausgibt). Neben Kreditkarten gibt es auch Debit-Karten, die im Gegensatz zur Kreditkarte direkt mit einem Girokonto verknüpft sind. Für die Zahlung mit einer Kredit- oder Debit-Karte am POS (Point of Sale) dient die Karte (meist Plastik) als Identifikation. Online wird das Konto durch die Kreditkartennummer, das Ablaufdatum der Karte und den Namen, auf den die Karte ausgestellt ist, identifiziert. Online und für telefonische Bestellungen wird zusätzlich noch eine Kartenprüfziffer (meist einfach als CVC oder CVV bezeichnet) abgefragt.

Hand mit Kreditkarte in Nahaufnahme

Zur besseren Absicherung vor Missbrauch der Kreditkarte für Betrug im Internet wurden in den letzten 25 Jahren zusätzliche Sicherungsverfahren durch die Kreditkarten-Marken eingeführt und weiterentwickelt. Mit der PSD2 ist in Europa die 2FA (Zweifaktor Authentifizierung verpflichtend eingeführt worden. Das aktuelle Verfahren der Kartenmarken ist EMV 3DS (3-D Secure in der Version 2.x, wobei x für stetig weitere neue Versionen mit neuen Anforderungen und Funktionen steht). Weitere Informationen zu 3DS / EMV 3DS gibt es hier.

Im Rahmen einer Zahlung (eingeleitet durch den Händler) per Kredit-/Debit-Karte wird geprüft, ob die Nummer gültig ist, die Karte als verloren oder gestohlen gemeldet ist und das Guthaben / Limit für die Zahlung ausreichen. Online wird zusätzlich eine Prüfung zur Authentifizierung des Karteninhabers vorgenommen (2FA / 3D Secure). Auf Basis einer erfolgreichen Prüfung wird der Zahlungsbetrag reserviert oder gleich gebucht. Falls die Zahlung nicht gleich gebucht wurde (zum Beispiel, weil die Ware noch nicht versendet wurde), muss die Buchung (auch Capture genannt) durch den Händler separat angestoßen werden.

Der Händler braucht für die Zahlungsabwicklung mit Kreditkarte einen Kreditkarten Acquirer. Der Acquirer ist für die Auszahlung der Umsätze an den Händler, die Rückbuchung bei Gutschriften an den Konsumenten, die Abrechnung der Kreditkartengebühren mit dem Händler und der Einhaltung der Regelwerke durch den Händler verantwortlich.

Welche Beteiligte gibt es bei einer Kreditkartenzahlung?

Neben dem Konsumenten (Zahlenden) und dem Händler (Zahlungsempfänger) gibt es für die Durchführung von Kreditkartenzahlungen einige weitere Teilnehmer. Diese sind:

  • Der Kreditkarten Issuer, in der Regel eine Bank (stellt die Kreditkarte für den Zahlenden aus)
  • Der Kreditkarten Acquirer, in der Regel ein Zertifizierter Zahlungsdienstleister, oft auch eine Bank (Vertragspartner des Händlers)
  • Die Karten-Marke (Inhaber der Markenrechte: VISA, MasterCard etc.)
  • Der Prozessor für die Kartenzahlung (technischer Abwickler zwischen Issuer, Marke und Acquirer, auch PSP (Payment Service Provider) genannt)
  • Weitere technische Dienstleister für Issuer / Acquirer
Schaubild Zahlungsabwicklung

Das Zusammenspiel von Karten-Marken (Anbieter von Zahlungsverfahren), Kreditkarten Issuer (Bank des Kunden), Kreditkarten Acquirer (Bank des Händlers), Prozessor (Payment Service Provider) bei einer Zahlungsabwicklung zwischen dem Kunden und dem Händler.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Alle Beteiligten an der Zahlungsabwicklung bei Kreditkartenzahlungen verdienen an der Verarbeitung. Für die Durchführung einer Zahlung sind folgende Kosten und Preiskomponenten durch die Kartenmarken definiert worden, die in Form eines Disagios prozentual vom verarbeiteten Zahlungsbetrags berechnet wird:

  • Die Karten Issuer (Bank des Kunden) erhalten die sogenannte Interchange-Gebühr. Diese Gebühr wurde durch die EU vor einigen Jahren reguliert und ist nun für einige Anwendungsfälle begrenzt.
    • Die Interchange-Gebühr ist unterschiedlich je nach Kartentyp und Regionalität.
    • Kartentypen
      • Consumer Card (Karten die auf Privatpersonen ausgestellt sind)
      • Business Card (Karten die auf Firmen ausgestellt sind)
      • Corporate Card (Karten die für Firmen ausgestellt werden)
    • Regionalität
      • Domestic = Händler und Konsument kommen aus dem gleichen Land.
      • Intra-Regional = Händler und Konsument kommen aus einer Region. Die EU wird als Region besonders behandelt und die Interchange für Zahlungen innerhalb der EU werden mit der gleichen Interchange abgerechnet wie Zahlung der Regionalitäts-Klasse Domestic. Weitere Regionen sind Nordamerika, Asien.
      • Inter-Regional / International = Händler und Konsument kommen nicht aus dem gleichen Land und nicht aus der gleichen Region. Beispiel: Ein Kunde aus den USA kauft bei einem Händler in Deutschland.
    • Die Kartenmarken (Visa, Mastercard etc.) erhalten die sogenannte Scheme-Fee. Dies ist die Gebühr zur Finanzierung der Kartenmarken mit Marketing, Regulierung der Abwicklung und Lizensierung von Issuern und Acquirern.
      • Die Kartenmarken haben in den vergangenen Jahren einige neue Preis-Komponenten eingeführt, um neue Funktionen zu sponsoren oder den Einsatz abgekündigter Funktionen zu sanktionieren.
    • Die Acquirer bepreisen ihre Kosten für Handling, Marketing, Sales, Verarbeitung (IT) und Risikoabsicherung und definieren mit den anderen Kostenkomponenten die Gesamtkosten.

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Wie unterscheidet sich „Blended rate“ von dem Preismodell „Interchange + +“?

  • Die Blendet Rate ist ein fester Disagio-Satz, der für jede* Kartenzahlung gilt. Sie ist eine Mischkalkulation aus den oben genannten Kostenkomponenten auf Basis der Händlerdaten und beinhaltet die Aufteilung zwischen den Kartenmarken, den Durschnitts-Bon (durchschnittlicher Zahlbetrag), das Gesamtvolumen (Umsatz), die Retouren-Quote, und die erwartete Aufteilung an verschiedenen Kartentypen (Consumer, Business, Corporate).
  • Bei „Interchange + +“ werden die einzelnen Kostenkomponenten für jede Transaktion getrennt abgerechnet. Die Kosten werden transparenter, der Händler muss für seine Kalkulation jedoch viel kleinteiliger kalkulieren und für sich ggf. einen kalkulatorischen Disagio-Satz ermitteln.
*Beachten Sie, dass Acquirer, die eine Blended rate für alle Kreditkartentransaktionen anbieten, in der Regel einen maximal erlaubten Anteil an Inter-Regio oder Corporate Cards festlegt (z.B. max. 5% Inter-Regio und Corporate Cards). Anbieter, die diese Einschränkung nicht haben, verlangen in der Regel Zuschläge für Inter-Regio und Corporate Cards.

Zusätzlich zu den von den Kartenmarken definierten Kosten fallen noch Kosten für den Prozessor, also dem technischen Abwickler (Payment Service Provider, PSP), an. Dabei handelt es sich meist um eine monatliche Service-Gebühr für die Bereitstellung der technischen Infrastruktur und eine Transaktionsgebühr, die je durchgeführter Transaktion erhoben wird.

Der PSP sorgt dafür, dass Sie als Händler mit den sensiblen Kartendaten Ihrer Kunden nicht in Kontakt kommen. Wäre dies der Fall, müssten Sie als Händler dafür sorgen, dass Ihre Systeme den hohen technischen Sicherheitsstandards gemäß PCI DSS erfüllen – was ein sehr langwieriges und kostspieliges Unterfangen wäre.

Bildschirm mit Warenkorb und eine Hand mit einer Kreditkarte

Ein PSP besitzt die notwendige PCI DSS-Zertifizierung und hält Ihnen damit bezüglich der Sicherheitsanforderungen für die Abwicklung von Kreditkarten-Transaktionen den Rücken frei. Nähere Informationen zu der Funktion eines Payment Services Providers und den Unterschieden der verschiedenen Anbieter erfahren Sie in unserem Ratgeber Payment Service Provider.

Neben den zuvor aufgeführten Kostenkomponenten, die für eine erfolgreiche Zahlungstransaktion bei einer Kreditkartenzahlung anfallen, gibt es noch weiterer Gebühren, die in bestimmten Sonderfällen ins Spiel kommen, zum Beispiel bei einer Gutschrift oder bei einer Rückbelastung (Charge Back). Die verschiedenen Kostenkomponenten, die bei einer Kreditkartenzahlung in Frage kommen können, sind in der Info-Box „Preiskomponenten Kreditkartenzahlung“ aufgeführt.

Preiskomponenten Kreditkartenzahlung

Wie sicher ist die Zahlart Kreditkarte?

Eine 100% Sicherheit bietet keine Zahlungsmethode, jedoch zeigt sich besonders in der EU seit der Einführung der 2FA (Zwei Faktor Authentifizierung) ein sehr geringes Volumen an Chargebacks (Rückbuchungen) von Kreditkartenzahlungen.

Worauf muss ich bei der Anbieterauswahl achten?

Der Kreditkarten Acquirer ist grundsätzlich frei in der Preisdefinition für Kreditkartenzahlungen, auch wenn einige Kostenkomponenten durch andere Parteien und Regelungen fest definiert sind.

Sie als Händler sollten in Abhängigkeit zu Ihren spezifischen Anforderungen die Angebote verschiedener Anbieter vergleichen. So können folgende Positionen deutliche Auswirkung auf die Gesamtkosten haben:

  • Konditionen für die Verarbeitung von Gutschriften
    • Erstattung des Disagios für den gutgeschriebenen Betrag: Ja / Nein / teilweise
    • Eine Gutschrift-Gebühr wird erhoben
  • Transaktionsgebühren
    • Für jeden Prozessschritt wird eine Transaktionsgebühr fällig
    • Nur eine Transaktionsgebühr wird für alle Prozessschritte die für einen durchlaufenden Zahlungsprozess benötigt werden berechnet
  • Höhe des blendend Disagios oder des Acquiring Fees
  • Höhe des Mindestbetrags für das Disagio. Bei kleinen Zahlbeträgen kann ein vergleichswiese hohes Mindest-Disagio den effektiven Disagio-Satz deutlich nach oben treiben (z.B. bei 1,- € Umsatz und 0,20 € Mindest-Disagio liegt das effektive Disagio bei 20%).
  • Transactions Reporting bei „Interchange + +“
  • Mindestlaufzeit
  • Exklusivität

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